CDU Stadtverband Werder (Havel)

STADTGESCHICHTE: Brunnen plätschert wieder

103 Jahre alten Ballsaal der Bismarckhöhe in Werder schmückt jetzt ein Meisterstück
WERDER - Mit dem letzten Ball und Tanz um den Brunnen im Jahr 1943 fand die Geschichte der Wasserspiele im Saal der Bismarckhöhe vorerst ein Ende. Denn nach der Vergnüglichkeit zog noch im selben Jahr das Lazarett in das heutige Denkmal ein.

Seit gestern aber schmückt wieder ein sprudelnder Brunnen mitten auf der Tanzfläche das Innenleben des Hauses aus dem Jahre 1905. Der Freundeskreis Bismarckhöhe hat es möglich gemacht. Er präsentierte gestern das Schmuckstück des Hauses. Wer eine von Weitem sichtbare Fontäne erwartet hat, wird enttäuscht sein. Jene aber, die leise plätschernde Wasserspiele lieben, kommen beim Tanz um den Brunnen auf ihre Kosten. Der Platz am Wasserspiel könnte bereits bei der öffentlichen Premiere zum Seniorentag am 13. August mit 500 Teilnehmern sehr begehrt sein.

Der mobile Brunnen hinter europäischem Nussbaum ist zugleich das Meisterstück des 28-jährigen Tischlermeisters Roland Kühne aus Groß Kreutz. „Es war ein hartes Stück Arbeit, nach der historischen Vorlage den Brunnen mit notwendiger Pumptechnik zu bauen. Es hat mehrere hundert Stunden gedauert, bis er fertig war“, sagt Kühne, der unter anderen von der Tischlerei Bäker aus Werder unterstützt wurde. Sie gibt den realen Wert des neuen Inventarstückes mit 13 000 Euro an. Der Verein konnte die Anschaffung aus Spenden von Werderanern und Mitteln des Freundeskreises in Höhe von annähernd 7000 Euro möglich machen.

Bürgermeister Werner Große (CDU) gehörte gestern zu den ersten Gratulanten des Vereins und des jungen Meisters zum Erfolg, der auch für die Stadt ein Gewinn ist. Große kündigte an, dass noch in diesem Jahr die Vorbereitungsküche für den Saal entstehen wird, damit sich auch die Bedingungen für den Betreiber Ronny Pietzner verbessern. „Im nächsten Jahr können dann auch die drei Kronleuchter hängen. Die erforderlichen 80 000 Euro Spendengeld sind aber noch nicht in der Kasse. Doch ich bin sehr zuversichtlich“, sagt Große. Darüber hinaus soll alsbald der kleine Saal gebaut werden, wenn das Land eine Förderung in Aussicht stellt. Der Große Ballsaal habe erst kürzlich wieder beim Abiball des Gymnasiums Hermannswerder eine Bewährungsprobe bestanden.

Die Gäste hatten vor Begeisterung gleich Feueralarm ausgelöst und damit wenige Minuten später auch die Feuerwehr Werder zu Gast. Zum Glück aber war nichts passiert. (Von Regine Greiner)



INTERVIEW
Festsaal wird immer schöner

Der Freundeskreis hat die neue Bismarckhöhe wesentlich mitgestaltet. Mit dessen Vorsitzenden Dieter Manz sprach MAZ-Redakteurin Regine Greiner.

MAZ: Der Brunnen ist kein Schnäppchen, warum hat der Verein dennoch an seinem Wunsch festgehalten

Dieter Manz:Durch den Fund historischer Bilder wurde die Idee für den Brunnen geboren. Viele Leute haben uns auch auf den einstigen Brunnen angesprochen. Er gehört zur Geschichte des Hauses. Das war uns den hohen Einsatz wert.

Aber Obstwein wird daraus beim nächsten Blütenball nicht sprudeln?

Manz: Auch wenn sich das mancher Gast nicht nur beim traditionellen Blütenball wünschen wird, ist daran nicht gedacht. Er soll vielmehr an das Innenleben von einst erinnern. Darum lag uns auch so viel daran, dass der Tresen wieder restauriert wird, wie auch die Wandmalerei auf der Bühne. An der Malerei ist noch zu arbeiten, den Tresen hat die Tischlerei Hüller und Lüdecke aus Caputh wirklich wieder gut hinbekommen.

Wie lange müssen die Lämpchen an der Decke noch durchhalten?

Manz: Die Entwürfe für die drei Kronleuchter sind fertig. Auch dafür haben wir uns gemeinsam mit der Stadt eingesetzt. Wir konnten uns dabei an historischen Fotos orientieren. Die prachtvollen Stücke kosten natürlich mit annähernd 80 000 Euro auch wieder eine Menge Geld. Aber wir werden es schaffen. Was ein rühriger Förderkreis gemeinsam mit der Stadt zu leisten vermag, dafür ist die Bismarckhöhe der beste Beweis.