Künftige Siebtklässler aus Werder sollen Lehniner Schule Überleben sichern
WERDER - Keine gute Nachricht haben achtzehn Eltern in Werder und Umgebung, die ihre Kinder für 2008/09 an der Carl-von-Ossietzky-Oberschule in Werder anmeldeten, heute in ihren Briefkästen. Schulleiterin Iris Gerloff muss sie zu einem Gespräch einladen, welches „Grundlage für die Aufnahmeentscheidung des Schulleiters bei Übernachfrage ist.“ Im Klartext: Der Sohn oder die Tochter kann womöglich nicht an der Schule in Werder aufgenommen werden.
Die Stadt Werder als Schulträgerin wäre mit der Einrichtung von vier siebten Klassen zwar einverstanden. Auch liegen mit bis heute 87 Bewerbungen genug Anmeldungen vor. Doch das Staatliche Schulamt in Brandenburg an der Havel will nur drei Klassen zulassen, erfuhr die MAZ.
Was viele argwöhnen: Der Überhang aus Werder soll die Oberschule in Lehnin stabilisieren, für die bislang nur elf Kinder angemeldet wurden. Im Vorjahr konnten dort keine siebte Klassen eröffnet werden. Die Lehniner Oberschule benötigt allerdings nach Auskunft von Schulamtsleiter Ulrich Rosenau mindestens 24 Anmeldungen, um im nächsten Jahr zweizügig weiterarbeiten zu können. Verfehlt sie dieses Klassenziel, droht ihr die Schließung.
„Wir hoffen, über die Zweitwünsche die erforderliche Anzahl an Schülern zusammenzubekommen“, bleibt der Lehniner Schulleiter Dirk Lenius optimistisch. Er ist erst vor gut einem Jahr von der Potsdamer Carl-Friedrich-Benz-Schule an die Lehniner Einrichtung beordert worden, um deren ramponierten Ruf wieder aufzupolieren. Aus Werder sollen von den achtzehn Eltern nur drei die Schule in Lehnin als Zweitwunsch angegeben haben.
„Um eine Planungsgrundlage für unsere Arbeit zu haben, legen wir frühzeitig für uns fest, wie viele Klassen wahrscheinlich an welchen Schulen gebraucht werden“, erklärt Rosenau. Bei dieser Einschätzung stütze sich sein Haus auf Erfahrungen der vergangenen Jahre, auf die demographische Entwicklung sowie auf die aktuelle Situation einer Schule im laufenden Schuljahr. Aufgrund des Anwahlverhaltens der Eltern müsse die aktuelle Einschätzung jetzt noch einmal überprüft und notfalls korrigiert werden. Ein Ergebnis gäbe es nocht nicht, so Rosenau.
Erst nach dem Auswahlverfahren, das am 21. April beginnt, könne nach dem 6. Mai gesagt werden, welche Schüler später welche Einrichtungen besuchen werden.