Landesregierung entscheidet Streit um
Bahnübergang in Werder
Nach jahrelangem Streit ist der Bau
eines Straßentunnels am Bahnhof Werder
offenbar beschlossene Sache.
WERDER Die Phöbener Straße in Werder
(Landesstraße 90) soll unter der
stark befahrenen Bahnlinie hindurch
geführt werden. Landesverkehrsminister
Reinhold Dellmann (SPD) gab
gestern bekannt, dass die Landesregierung
mit konkreten Planungen zu dem
Tunnel begonnen hat. "Die Beseitigung
dieses Bahnübergangs hat für uns hohe
Priorität. Staus an der Schranke werden
der Vergangenheit angehören", sagte der
Verkehrsminister.
Eine Abstimmungsrunde mit Stadt und
Deutscher Bahn sei für den kommenden
Monat angesetzt, hieß es aus dem Ministerium.
Dort rechnet man mit 4,5 Millionen
Euro Baukosten. Der Betrag
würde ungefähr in gleichen Teilen auf
Kommune, Land und Bund verteilt.
Seit Jahren schon sorgen die langen
Schließzeiten der Schranken bei Bürgern
und Gewerbetreibenden für Verdruss.
Nach Erkenntnissen des Landesbetriebs
Straßenwesen ist der Übergang
täglich im Schnitt sechs Stunden
geschlossen. Im Berufsverkehr sind die
Schranken bis zu 33 Minuten pro
Stunde unten. Staus von mehreren hundert
Metern Länge entstehen. Oft schaffen
es Autofahrer erst beim zweiten
Anlauf, die Bahnstrecke zu kreuzen.
Politisch ist das Projekt umstritten.
Während die CDU und 33 lokale Unternehmer
eine Kampagne zum Tunnelbau
gestartet hatten, waren SPD und Grüne
bislang dagegen. "Schaufensterforderungen"
hatte erst kürzlich der SPD-Ortsvorsitzende
Wolfgang Lambrecht die
Forderungen der CDU genannt. Ein
Tunnelbau sei langwierig und ein
schwerer Eingriff in den Ort. Die Gegner
plädierten für modernere Schranken,
um die Schließzeiten zu verringern.
Bürgermeister Werner Große (CDU)
wertete die Zusage der Landesregierung
als entscheidenden Schritt zur Verwirklichung
des Tunnels. "Wenn die Landesregierung
sagt, dass sie die Planungen
beginnt, dann baut sie auch", sagte
Große. Die Stadt halte ihren finanziellen
Anteil von einer guten Million Euro
bereit. Nun müsste nur noch die Bahn
überzeugt werden, Geld auszugeben.
Das Stadtoberhaupt sagte, die Unterführung
werde in etwa der am Bahnhof
Beelitz-Heilstätten gleichen.
Die örtliche CDU will ihre Unterschriftensammlung
weiterführen, bis die Planung
konkretere Züge annimmt.