CDU Stadtverband Werder (Havel)

In einem verwinkelten Durchgang steht ein Maulbeerbaum

Die Insel Töplitz können Besucher zu Fuß oder per Rad erkunden / Ausstellungssaison von Havel-Land-Art startet am 19. April
Ein paar Wochen dauert es noch, bis die Töplitzer Kirschbäume auf den Obstplantagen westlich der A 10 an der Abfahrt Leest wieder in voller Blüte stehen werden. Doch dann lockt ein Meer aus feinstem Weiß auf die Insel nordöstlich von Potsdam, die noch weit mehr zu bieten hat, als eine prächtige Baumblüte.

Das idyllische Dörfchen am Ufer des Kleinen Zernsees, wo man bei Badespaß und Bootstouren das nasse Element erleben kann, war nicht immer ein Obstzüchterort. In der bereits seit 4000 Jahren nachweislich besiedelten Gegend wurde neben Fischerei ursprünglich auch Weinbau betrieben. Davon zeugt noch heute der alte Weinberg, auf dem die Tradition mittlerweile wiederbelebt wird. Die unter dem Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm nach dem 30-jährigen Krieg angesiedelten Ackerbauern und Viehzüchter aus der Schweiz prägten die Insel ebenso wie die Ziegeleien, die dort im 19. Jahrhundert Hochkonjunktur hatten, bevor der Obstbau seinen Platz in der Geschichte bekam. Inzwischen aber machen besonders die vom ortsansässigen Havel-Land-Art e.V. organisierten Ausstellungen und Konzerte von sich reden, für die regelmäßig renommierte Musiker und Künstler internationaler Couleur auf die Insel kommen. Davon kann man sich am 19. April überzeugen, wenn mit der Vernissage „Gemalte und plastische Geschichten“ die diesjährige Ausstellungssaison eingeleitet und damit in gewisser Weise an die künstlerische Vergangenheit des Ortes, begründet vor allem durch die Maler Georg Tappert und Erich Wulfert, angeknüpft wird.

Töplitz bietet ideale Voraussetzungen für eine kulturelle Landpartie, bei der man außer dem Besuch eines Konzerts oder einer Ausstellung auch gleich noch die reizvolle Natur und die vielseitigen Ausflugsziele per pedes oder auf dem Drahtesel inspizieren kann. Auf den etwa 14 Kilometern des Radwanderweges F 3.1, der Inselroute, lässt sich viel Abwechslungsreiches entdecken. Eine Variante ist beispielsweise eine Tour beginnend am Dorfplatz mit Galerie und Kirche, zwischen denen in einem verwinkelten Durchgang noch ein alter Maulbeerbaum von der einstigen Seidenraupenzucht in Töplitz kündet. Richtung Süden durch die Leester Heide erreichen die Besucher das Naturschutzgebiet Wolfsbruch mit seiner einzigartigen Flora und Fauna eines typischen havelländischen Niedermoores.

Von der nahegelegenen Wublitzbrücke aus bietet sich eine herrliche Aussicht. In anderer Richtung lädt der Uferweg am Kleinen Zernsee zu einem Spaziergang ein, der weiter über die Töplitzer Wiesen bis zum Weinberg und den Auen am Göttinsee geht. Weiter nördlich führt der Weg durch die Obstplantagen, die gerade im erwachenden Frühling ihren besonderen Reiz haben und sich bis zur Autobahn erstrecken. Von dort zog es die Hauptstädter schon Ende des 19. Jahrhunderts auf die grüne Insel Töplitz, auf der man heute in ganz unterschiedlichen Preiskategorien Übernachtungsmöglichkeiten vom Hotel mit hauseigenem Wellnessbereich bis hin zum Ferienhaus findet. Auch bei der Küche ist das Angebot reichhaltig, von exklusiv bis einheimisch urig mit Havelkrebs und Kleinkunstprogramm.

Die Insel Töplitz bietet mit ihren abwechslungsreichen Landschaften und vielseitigen Freizeitmöglichkeiten für jeden etwas, ganz gleich, ob Kulturtourist, Wanderer, Radfahrer, Reiter, Angler oder Freizeitkapitän. Auch für den Großstadtfan ist Töplitz mit seiner verkehrsgünstigen Anbindung an Potsdam und Berlin ein idealer Ausgangspunkt.