CDU Stadtverband Werder (Havel)

Stadt verkauft ihrer Tochter Häuser - Wohnungsgesellschaft gestärkt

WERDER - Die Stadt Werder wird bebaute Grundstücke sowohl in der Stadt als auch in den Ortsteilen im Wert von annähernd 3,4 Millionen Euro an die kommunale Haus- und Grundstücksgesellschaft Werder (HGW) verkaufen. Dabei handelt es sich um erneuerte wie sanierungsbedürftige Wohnhäuser.
Die Stadtverordneten haben dem Vorschlag mehrheitlich am Donnerstag zugestimmt. Bürgermeister Werner Große (CDU) wies darauf hin, dass zum Beispiel das Ärztehaus in der Kellermannstraße und das sanierungsbedürftige Gebäude der ehemaligen Wassermühle in Glindow nicht Bestandteil der Verkaufsliste sind.

Die SPD-Fraktion sprach sich dagegen aus, dass die Stadt die Grundstücke in das Vermögen der stadteigenen Gesellschaft einbringt. Jutta Bours-Wein und Joachim Lindicke bewertete den Verkauf als nicht sinnvoll. So müsse die Haus- und Grundstücksgesellschaft Grundsteuer zahlen und hätte dadurch unnötige Ausgaben.

Große begründete den Verkauf mit einer Eigenkapitalerhöhung der städtischen Gesellschaft, die für die Kommune von Vorteil wäre.

Der Geschäftsführer der HGW, Thomas Lück, weist darauf hin, dass mit dem höheren Kapital nach Abschluss des Verkaufs die HGW gegenüber Banken sowohl bei laufenden Krediten als auch bei neuen Abschlüssen bessere Konditionen erhält als bei geringerer Kapitaldecke. Die Geldinstitute würden auch großen Wert darauf legen, dass die Kommune hinter der Gesellschaft steht. Die Wohnungen der HGW sind laut Lück komplett vermietet. Bei den Häusern, die die Stadt jetzt in die HGW einbringen will, sind 13 Prozent nicht vermietet. Die HGW beabsichtige, schrittweise dort zu sanieren, um die Vermietung zu gewährleisten und wieder Einnahmen aus den Objekten zu erzielen. Für die Investitionen seien aller Voraussicht nach Kredite nötig, die die Banken der HGW mit künftig höherem Eigenkapital günstiger anbietet als bisher.