Seit mehr als zwei Jahren verliert das Ziegeleimuseum im 1890 erbauten Turm an der Ziegelei in der Glindower Alpenstraße an Besuchern.
„Heute haben wir mit 4693 Besuchern nicht einmal ein Drittel der Gastzahlen, die in unserem Museum schließlich vor Jahren gezählt wurden“, sagt Wolfgang Firl, Vorsitzender des Fördervereins Historische Ziegelei Glindow. Er berichtet von 250 Japanern und Kanadiern, die sich von den Exponaten im Museum beeindruckt zeigten. So mancher Glindower dagegen hätte diese Schätze noch nie aufgesucht. Um dem Trend ein Ende zu setzen und wieder mehr Besucher anzulocken, hat sich der Verein in diesem Jahr viel vorgenommen. Dazu gehört laut Firl vor allem, dass die Grubenbahn mit Gästen wieder auf Tour gehen kann. Er hofft, dass die Sorgen eines Anliegers der Strecke, der Lärm befüchtet, die Grubenbahn nicht ausgebremst wird.
Die Ersatzteile für eine notwendige Reparatur wären eingetroffen, so dass die Bahn ab März zum Saisonstart wieder fahren könnte. Wie die MAZ weiterhin vom Vereinsvorsitzenden erfuhr, der im vergangenen Jahr schwer erkrankt war und ein halbes Jahr nicht zur Verfügung stand, soll in diesem Jahr mit einer neuen Ausstellung zum Leben der Ziegeleiarbeiter in die Saison gestartet werden. „Bis dahin wird uns die Stadt Werder bestimmt auch die neue Toilettenanlage übergeben haben, die so dringend gebraucht wird.“ Die Anlage ist fertig, aber wegen der fehlenden offiziellen Übergabe noch nicht benutzbar. Stolz ist der Verein über die neue Sicherheitstür zum Museum und die ausgewechselten Fenster.
Neben der ständigen Ausstellung bereitet der Verein engere Verbindungen zu Berliner Schulen vor, um sie auf das Museum der Glindower Ziegeleigeschichte aufmerksam zu machen. Das Museum wird sich weiterhin an Aktionen beteiligen wie dem Kirsch- und Ziegelfest in Glindow sowie der langen Nacht der Museen. Sie haben dem Museum schließlich auch mehr Besucher als sonst beschert.
Firl freut sich, dass der Landkreis Potsdam-Mittelmark die Einrichtung jährlich mit einem Zuschuss unterstützt. Um die Jugend anzusprechen, plant der Verein eine enge Zusammenarbeit unter anderem mit dem Gymnasium der Blütenstadt. „Wir gehen davon aus, dass in Werder bis 1910 die Firma Lüdicke Ziegeleimaschinen gebaut hat. Mit Schülern will der Verein jetzt die Geschichte dazu erforschen.
Um den Besuchern künftig das Brennen in den Kammern noch deutlicher zu machen, wird angestrebt, einige Brennkammern mit kleinen Fenstern auszustatten. Von einst 50 Ringöfen in Glindow und Umgebung um 1870 überlebte nur einer und ist bis heute in der Nachbarschaft des Museums in Betrieb und zu besichtigen.
Vom Museum selbst hat der Gast aus 20 Meter Höhe einen schönen Ausblick auf den Glindower See und die Glindower Alpen, eine Landschaft, die seit Mitte des 15. Jahrhunderts vom Ziegelgewerbe geprägt wurde. Als Service für alle Touristen hat sich der Verein vorgenommen, eine räumliche Tafel der Glindower Alpen auf dem Marktplatz aufzustellen.