CDU Stadtverband Werder (Havel)

Besorgt um Fachkräfte von morgen

Stadt Werder unterstützt Ausbildung und Nachwuchs in der Region
Als die Firma Miele 1994 in Werder ihr Vertriebszentrum eröffnete, meldeten sich auf 20 Stellen und Ausbildungsplätze annähernd 1000 Bewerber. Dagegen interessieren sich im Hinblick auf das bevorstehende Ausbildungsjahr nur 60 junge Leute für drei Azubistellen und nur wenige davon kommen aus Werder und Umgebung. „Die Auswahl ist spürbar kleiner geworden. Wir haben mehr Anfragen aus Dessau und Rostock als aus der Blütenstadt und dem Umfeld, “, sagt Ralf Makowski, Leiter des Zentrums in den Havelauen. Die Tendenz, wie sie das international agierende Unternehmen in Werder erlebt, ist wahrhaftig kein Einzelbeispiel. Auch andere Branchen und Handwerksbetriebe haben diese Erfahrung machen müssen.

Werder, als wirtschaftsfreundliche Kommune ausgezeichnet, will mit einer Aktion nun sowohl den Jugendlichen Perspektiven bieten, als auch die Wirtschaft stärken. Darum steht die Vorbereitung des 7. Werderaner Wirtschaftstages am 30. Mai 2008 diesmal ganz im Zeichen einer künftig besseren Zusammenarbeit von Wirtschaft und Schule. „Die Leiter der weiterführenden Schulen in Werder sowie annähernd 30 Unternehmen haben ihre Mitwirkung signalisiert“, sagt Hartmut Schröder, 1. Beigeordneter der Stadt. Zum Wirtschaftstag sind sowohl Firmen als auch die Schulen eingeladen, werden Praktikumsplätze angeboten und Ausbildungsmöglichkeiten vorgestellt. Schüler sollen die Möglichkeit erhalten, sich in Firmen umzuschauen und Produktionsabläufe kennenzulernen. Die Betriebe selbst wollen Interessen wecken und die Jugendlichen motivieren.

An der Aktion beteiligt sich auch das traditionsreiche Unternehmen Werder Feinkost GmbH. Der Betrieb ist seit über 100 Jahren Spezialist in der Verarbeitung von Obst und Gemüse, dessen Ketschup, neuerdings auch als zuckerfreie Variante, seit mehr als 40 Jahren geschätzt wird. „Wir wollen bei entsprechenden Leistungen den Nachwuchs von hier gewinnen, damit die Tradition bewahren und natürlich die Zukunft unseres Betriebes sichern“, sagt Vertriebsleiter Bernd Schimki. Gegenwärtig lernen fünf Azubis in der Gesellschaft, drei davon streben die Fachkraft für Lebensmitteltechnik an, zwei davon den Industriekaufmann.

Auch das Schaltgerätewerk Werder bietet wie auch viele andere Betriebe in den Havel-auen den Jugendlichen die Chance, sich erfolgreich im Berufsleben zu behaupten. Dabei ist für den Chef Gerhard Dietzel das Zeugnis nicht Maßstab aller Dinge, denn so mancher Schüler zeigt plötzlich in einem Betriebspraktikum Stärken, die zuvor kein Lehrer entdecken konnte.

Um die Werderaner auf die Aktion einzustimmen, gibt die Stadt gemeinsam mit den beteiligten Firmen in den Havelauen und darüber hinaus einen Wirtschaftsstadtplan in einer Auflage von 3000 heraus. Darauf wird die Blütenstadt als Wirtschaftsfaktor vorgestellt, die aber auch genügend Raum für den Obstbau bietet, wie Hartmut Schröder sagt. Und auch in dieser Branche würde ganz dringend Nachwuchs gebraucht.