Gemeinsame Bewerbung abgelehnt / Beelitz denkt an Alleingang
Gegen eine gemeinsame Bewerbung von Beelitz und Werder für die Landesgartenschau 2013 stimmte gestern Abend die Stadtverordnetenversammlung Werder. Die Beelitzer hatten sich im Dezember 2007 einstimmig dafür ausgesprochen.
Überraschend hat die Stadtverordnetenversammlung Werder gestern Abend eine gemeinsame Bewerbung mit Beelitz für die Landesgartenschau 2013 mehrheitlich abgelehnt. Lediglich die SPD, die Grünen und die Bürgergemeinschaft Neues Werder (BGNW) wollten mit der Spargelstadt zusammenarbeiten. In den vorausgegangenen Diskussionen hatten sich die Abgeordneten noch überwiegend für das gemeinsame Vorhaben ausgesprochen. Nur Baldur Martin (Freie Bürger) hatte die Initiative abgelehnt, weil die Wege zwischen beiden Orten zu lang wären. Nun sprach sich auch die CDU als stärkste Fraktion der Stadtverordnetenversammlung auf ihrer Sitzung am Montag gegen die Bewerbung aus. Pressesprecher Christian Große: „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Werder hatte sich für 2009 beworben, neun Millionen Euro Investitionen eingeplant. Aber einer der entscheidenden Gründe für die Ablehnung waren seinerzeit die weiten Wege zwischen Bismarckhöhe, Inselstadt und Stadtpark. Deshalb sind wir jetzt skeptisch, dass eine gemeinsame Bewerbung Erfolg hat.“ Werder und Beelitz sollten lieber schnell die Kooperation für das gemeinsame Mittelzentrum vorbereiten, meinen die Christdemokraten.
Die Ablehnung aus Werder hat die Beelitzer Bündnisgrüne Elke Seidel schwer enttäuscht. Seidel hatte im Auftrag ihrer Fraktion die Bewerbung der Stadt Beelitz initiiert. Trotzdem gibt sie sich nicht geschlagen. „Vielleicht sollten wir es jetzt allein erst recht probieren. Mit Werder hätten wir dem Land signalisieren können, dass wir den ersten Schritt zum Mittelzentrum gehen“, sagt Seidel. Mit seinem Nein habe sich Werder eine große Chance vergeben. Nach 2009 soll die Landesgartenschau nur noch alle vier Jahre stattfinden. Die Landesregierung überlege sogar, nach der Bundesgartenschau 2015 in der Havelregion überhaupt keine landesweite Blumen- und Pflanzenschau mehr auszuschreiben, will die Bündnisgrüne wissen.
Beelitz’ CDU-Fraktionschef Mario Didschun ist vom Rückzug der Werderaner überrascht. „Vor Tagen erst habe ich mit Bürgermeister Werner Große gesprochen. Da war er noch für die gemeinsame Bewerbung.“ Laut Didschun wäre ein Alleingang der Spargelstadt nur mit „großem Kraftakt“ möglich, obwohl es Beelitz nicht an Ausstrahlung fehle. Auch Bürgermeister Thomas Wardin bedauert die Entscheidung aus Werder. Beide Städte hätten die große Chance gehabt, den Zuschlag für die Laga 2013 zu bekommen. Gestern habe er von den beauftragten Büros einen tragfähigen Konzeptentwurf für Beelitz erhalten.
Ob sich die Stadt jetzt allein bewerben wird, sollen die Abgeordneten in ihrer ersten Sitzung in diesem Jahr am 28. Januar entscheiden. Die Bewerbungsfrist endet am 31. Januar. Doch auch ohne Landesgartenschau bleibe das Konzept eine nützliche Arbeitsgrundlage für die Entwicklung von Beelitz in den nächsten Jahren, so Wardin.