Der mit Wohnungen bebaute Finkenberg ist nun rechtlich für die Stadt Werder gesichert. Eine Rückübertragung hat das Gericht abgelehnt, so dass die Stadt keine 690 000 Euro an den Antragsteller des Verfahrens zahlen muss.
9,6 Millionen Euro investierte die städtische Haus- und Grundstücksgesellschaft Werder (HGW) in den neunziger Jahren in den Neubau von 94 Wohnungen auf dem Finkenberg. Darüber hinaus hat die Gesellschaft dort bereits bestehende Wohnungen für 2,2 Millionen Euro saniert. Die Eigentumsfrage zur annähernd drei Hektar großen Fläche war in den vergangenen Jahren aber ungeklärt. Die Gesamtfläche der ungeklärten Eigentumsfragen umfasst in Werder insgesamt 10 Hektar. Investitionen sind auf diesen Arealen sehr problematisch. Im Restitutionsverfahren zum Finkenberg hat das Gericht jetzt einen Anspruch auf Rückübertragung abgewiesen. „Damit bleibt der Stadt die Zahlung von 690 000 Euro für Grund und Boden erspart“, sagte Bürgermeister Werner Große (CDU) auf der gestrigen Jahrespressekonferenz der Stadtverwaltung. Wenn die Stadtverordneten dem Vorschlag der Verwaltung zustimmen, soll mit dem Geld, das bisher als Risiko im Haushalt zu berücksichtigen war, das Eigenkapital der städtischen Haus - und Grundstücksgesellschaft gestärkt werden. „Ohne den bisherigen Risikobetrag sieht unsere Bilanz deutlich besser aus und wir können bei Finanzierungsverhandlungen mit Banken jetzt anders auftreten“, sagt Thomas Lück, Geschäftsführer der HGW der MAZ.
Neben den bestehenden Wohnungen sind in Werder in diesem Jahr 182 neu errichtet worden, darunter 107 in Einfamilienhäusern. Die Zahl der Bauanträge ist laut Große auf der gestrigen Pressekonferenz gegenüber dem Vorjahr von 300 auf 256 zurückgegangen. Durch die Vielzahl von Single-Haushalten sei der Bedarf an kleinen Wohnungen besonders groß, ein Investor aber gegenwärtig nicht in Sicht.
Der Bilanz der Stadtkämmerei war zu entnehmen, dass die Zahl der Insolvenzen sowohl bei den Firmen als auch bei den Privaten im Vergleich zu 2006 gestiegen ist. So haben 32 Betriebe wegen Zahlungsunfähigkeit Insolvenz angemeldet, das sind 10 mehr als 2006. Bei den Bürgern liegen mit 57 sogar 20 Insolvenzen mehr vor.