GLINDOW Nach knapp drei Jahren reiner Bauzeit ist die erneuerte Landesstraße 90 in Glindow nun wieder durchgängig passierbar. Der von der EU und vom Land geförderte Ausbau auf 3,7 Kilometer zwischen Klaistower Straße und B1-Knoten in zwei Abschnitten kostete 5,2 Millionen Euro. Werders Bürgermeister Werner Große (CDU) und der Landesbetrieb Straßenwesen gaben gestern die Straße offiziell für den Verkehr frei.
Nach zahlreichen Monaten mit erheblichen Verkehrseinschränkungen und auch Sperrungen haben Glindower, Pendler und Reisende diesen Tag herbeigesehnt. Und er sollte mit der gestrigen Freigabe früher kommen, als ursprünglich geplant. "Dies war eine Baustelle, auf der alles gut funktioniert hat, deren Anwohner sehr verständnisvoll waren und wo die Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Ortsbeirat Glindow super geklappt hat", sagte Frank Schmidt, stellvertretender Niederlassungsleiter des Landesbetriebes. Auch Bürgermeister Werner Große und der stellvertretende Ortsbürgermeister Hermann Bobka (beide CDU) lobten die Kooperation aller Beteiligten und das frühzeitige Ergebnis in guter Qualität. In Groß Kreutz hatten die Kommunalpolitiker und der Straßenbetrieb bei der Auswahl des Baubetriebes alles andere als gute Erfahrungen gemacht. Dort zog sich der Ausbau der B1 um Monate länger hin, Anwohner und Gewerbetreibende gründeten aus Protest eine Bürgerinitiative. Dies blieb Glindow erspart, weil es auch gut lief, Beschwerden nur in vier Einzelfällen auftraten. Dabei waren die Bauarbeiten erheblich und die Zufahrten zu den Grundstücken am Tag auch mal blockiert. Schließlich hatten die Firmen allein im letzten Bauabschnitt 10 000 Quadratmeter Fahrbahn auszubauen und im gesamten Projekt zwei Kreisverkehre anzulegen. In den vergangenen Monaten schufen die Straßenbauer auf 5140 Quadratmeter Gehwege und Zufahrten. Erstmalig ist ein geschlossenes Regenwasserkanalsystem auf 1200 Meter Länge montiert. Bauleute legten zum Schutz des Trinkwassers ein Regenwasserreinigungsbecken an. Darüber hinaus pflanzten beauftragte Firmen 120 Bäume, auf 80 Meter Länge eine Hecke im Bereich des Wasserbeckens und gestalteten die Kreisverkehrsplätze.
Nach diesem Erfolg wünschte sich Bürgermeister Große gestern im Beisein von Vertretern des Landes, es könnte so weiter gehen in der Region. Er hofft auf den schnellen Bau des Tunnels am Bahnübergang Eisenbahnstraße, die ab dem nächsten Jahr saniert werden soll. "Lange Wartezeiten an der Schranke können im Ernstfall auf dieser stark frequentierten Straße das Leben von Patienten bedrohen", sagt Große. Auch der Ausbau der Ortsdurchfahrt Plötzin sei fällig. Diesbezüglich stehen die Chancen nicht schlecht, denn der Straßenbetrieb hat mit den Planungen begonnen. Dennoch ist mit einem Baubeginn vor 2010 nach Aussagen von Schmidt nicht zu rechnen. Da für den Tunnel noch nicht mit der Planung begonnen wurde, will Große weiterhin auf den Vorrang der Maßnahme pochen.