42 Gewässer werden im Landkreis einmal im Monat kontrolliert
BELZIG - Mit Beginn der Badesaison traten die von der EU verabschiedeten neuen Richtlinien zur Badegewässer-Verordnung in Kraft. Im Landkreis Potsdam-Mittelmark gibt es mit den neuen EU-Badestellen Glindower See am Campingplatz Riegelspitze in Werder und dem Beetzsee in Päwesin nun insgesamt neun EU-Badegewässer. Dagegen haben die Kiesgrube in Treuenbrietzen und die Tonlöcher in Niemegk nur lokale Bedeutung. Nach der neuen Badegewässerverordnung müssen die bakteriologischen Untersuchungen der Seen nur noch alle vier statt bisher zwei Wochen kontrolliert werden. Dennoch sollen vor allem fäkale Verunreinigungen der Seen künftig schärfer als bisher untersucht werden.
Die ersten Proben wurden laut Gesundheitsamt des Landkreises Ende April gezogen. Nach Angaben des Umweltministeriums bestätigen die ersten Untersuchungsergebnisse, dass die neuen Qualitätsparameter eingehalten werden. Bei den regelmäßigen Kontrollen werden nach der neuen Verordnung die Gewässer nun auch auf Darmbakterien untersucht. Der Nachweis dieser Keime weist auf fäkale Verunreinigungen hin und kann zu Badeverboten führen. „Ein Abraten vom Baden oder gar Badeverbote mussten im Land Brandenburg nur in seltenen Einzelfällen veranlasst werden“, so ein Sprecher des Ministeriums. Im Vorjahr mussten lediglich an zwei Badestellen zeitweilige Badeverbote ausgesprochen werden.
Die aktuellen Richtlinien verlangen neben den Bewertungen der Seen mit den Stufen von „ausgezeichnet“ bis „mangelhaft“ die Aufstellung eines so genannten Badegewässerprofils bis 2011. Darin sollen geografische Eigenschaften, Verschmutzungsquellen und die Gefahr durch Blaualgen bewertet werden. Die Daten dienen dazu, die Bewirtschaftung im Sinne der Gesundheit der Gäste zu ändern, wenn es der Gewässerzustand erfordert. „Jeder Badende leistet durch sein Verhalten am Strandabschnitt und im Badegewässer einen ganz persönlichen Beitrag zur Aufrechterhaltung der guten Wasserqualität“, betont Agrar- und Umweltminister Dietmar Woidke (SPD). Doch auch in den Schwimm- und Freibädern der Region wird regelmäßig die Wasserqualität geprüft. „Das Wasser muss glasklar sein, die Werte müssen stimmen“, betont Schwimmmeister Niko Hoffmann aus Niemegk. So wie im dortigen Freibad werden auch in den anderen Schwimmbädern einmal im Monat Proben genommen. Probleme, sagt Hoffmann, habe es in der Vergangenheit keine gegeben. Nur schade, so bedauert er, dass das schöne Wetter offenbar schon wieder zu Ende ist. Dabei hatte die Saison doch so gut angefangen.