In Havelauen und Eisenbahnstraße startet Kampagne mit Unterschriftenaktion (17.1. 2008)
Werder (Havel) - Beim Kampf um einen Bahntunnel in Werder legt der CDU-Stadtverband jetzt den nächsten Gang ein: Vorstandsvize Christian Große kündigte eine Unterschriftenaktion an. Anwohner und Gewerbetreibende sollen in den nächsten zwei Wochen schriftlich über die Situation informiert werden. In Unterschriftenlisten will man die Meinung der Bevölkerung zu dem Thema dokumentieren. Schon jetzt gebe es „viel Feedback“ für die Aktion, sagte Große.
Wie berichtet soll – beginnend im nächsten Jahr – mit der Sanierung der L 90 (Eisenbahnstraße) begonnen werden. Ein Tunnel an den Bahngleisen ist allerdings aus Kostengründen nicht vorgesehen, obwohl selbst der Landesbetrieb für Straßenwesen einräumt, dass es sehr lange Wartezeiten an den Schranken gibt.
„Wir fordern, dass das Land und die Deutsche Bahn von ihrer sturen Haltung abrücken“, sagte Christian Große gegenüber den PNN. Jahrelanger politischer Druck und Verhandlungen hätten nicht gefruchtet. Durch den fehlenden Tunnel würde die Entwicklung des neuen Wohn- und Gewerbegebietes Havelauen jenseits der Bahn massiv behindert. „Die Schranken, an denen man bis zu 20 Minuten warten muss, sind ein wirkliches Hemmnis für die Entwicklung und ärgerlich für die Bewohner.“
Auch die an sich gute Verkehrsanbindung von Werders City an den Berliner Ring würde durch die Schranken beeinträchtigt. Zudem sei die Entwicklung der „unschönen, nördlichen Einflugschneise“ Werders sinnlos, so lange die Verkehrssituation ungelöst ist. „Wir haben kein Problem, daraus ein Thema für den Kommunalwahlkampf zu machen“, betonte Große. Mit der Unterschriftenaktion müsse der Druck auf die Verantwortlichen erhöht werden. „Wir möchten, dass nächstes Jahr zumindest eine Planung für den Tunnel erstellt und eine Zeitschiene entworfen wird.“ Aus seiner Sicht müsste der Tunnel mit dem dritten Bauabschnitt der Eisenbahnstraße angepackt werden, mit dem voraussichtlich im Jahr 2010 begonnen wird.
Der Tunnel würde wohl teurer werden als die komplette Straßensanierung, die mit knapp 2 Millionen Euro kalkuliert ist. In Beelitz-Heilstätten hat die L 88-Unterführung unter den Gleisen über 3 Millionen Euro gekostet, laut Eisenbahnkreuzungsgesetz müssen sich auch in Werder der Bund, die Bahn und das Land die Kosten teilen. Weil durch die Schrankenanlage Staus programmiert sind, wurde ein sinnvoller Kreisverkehr an der Kesselgrundsstraße wieder aus der Planung gestrichen. Die Eisenbahnstraße wird auf sieben Meter Breite asphaltiert, rechts und links Gehwege in 1,50 Meter Breite erneuert. Die Stadt Werder ist an der Finanzierung beteiligt, sie muss u.a. für Straßenbeleuchtung und Gehwege aufkommen.